Industrie

Rhein-Niedrigwasser trifft Chemiebranche: Produktion gedrosselt

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das Niedrigwasser im Rhein trifft die nordrhein-westfälische Chemieindustrie hart. Covestro hat für ausgewählte Produkte höhere Gewalt erklärt. Der Leverkusener Kunststoffkonzern kann damit bestimmte Lieferverpflichtungen gegenüber seinen Kunden nicht mehr erfüllen.

Force Majeure: Covestro aktiviert Notfallklausel

Covestro ist einer der größten Kunststoffhersteller Europas. Der Konzern ist stark auf den Rhein als Transportweg angewiesen. Rohstoffe kommen per Schiff, fertige Produkte verlassen das Werk auf demselben Weg. Sinkt der Pegel, gerät diese Logistikkette ins Stocken.

Genau das passiert derzeit. Die Rohstoffversorgung einzelner Betriebe ist bereits beeinträchtigt, auch die Auslieferung bestimmter Produkte stockt. Der Konzern hat deshalb die sogenannte Force-Majeure-Klausel aktiviert. Sie schützt Unternehmen rechtlich, wenn höhere Gewalt die Vertragserfüllung unmöglich macht.

Auch der Chemiekonzern Evonik meldet erste Auswirkungen auf die Produktion. Lanxess und BASF sprechen von großen Herausforderungen in der Logistik. Die gesamte Chemieindustrie am Rhein steht unter Druck.

Warum der Rhein so wichtig ist

Der Rhein ist die wichtigste Binnenwasserstraße Deutschlands. Für die Chemieindustrie in NRW ist er unverzichtbar. Tonnenweise Rohstoffe und Fertigprodukte werden täglich transportiert. Eine Verlagerung auf Straße oder Schiene ist nur begrenzt möglich.

Die Kapazitäten auf der Schiene sind knapp. Gefahrguttransporte per Lkw unterliegen strengen Auflagen, und die Kosten liegen deutlich höher als beim Schiffstransport. Viele Betriebe können nicht einfach umschwenken.

Sollte der Pegel weiter sinken, droht ein komplettes Abschneiden der Transportwege. Das wäre für die betroffenen Werke eine ernste Lage.

Stahl und Kraftstoff ebenfalls betroffen

Die Auswirkungen reichen über die Chemieindustrie hinaus. Der Stahlkonzern Salzgitter sorgt sich um seine Tochtergesellschaft HKM, die Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg. Auch dort hängt die Rohstoffversorgung am Wasserstand des Rheins.

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Auch die Kraftstoffversorgung gerät unter Druck. Mineralölprodukte werden in großem Umfang per Tankschiff transportiert. Niedrigwasser verteuert und verknappt diesen Weg. An Tankstellen in der Region könnte das spürbar werden.

Weckruf für die Infrastrukturpolitik

Der nordrhein-westfälische Umweltstaatssekretär bezeichnete die Lage als Weckruf. Der Klimawandel verändert die Wasserstände in deutschen Flüssen. Niedrigwasserphasen werden häufiger und länger. Darauf ist die Industrie strukturell nicht vorbereitet.

Für den Mittelstand in NRW hat das direkte Folgen. Viele kleine und mittlere Unternehmen beziehen Vorprodukte von den großen Chemiekonzernen. Stockt die Produktion bei Covestro oder Evonik, fehlen Kunststoffe, Beschichtungen oder Spezialchemikalien in der Lieferkette. Handwerksbetriebe und Industriezulieferer merken das schnell.

Strukturelle Schwäche

Das Niedrigwasser im Rhein ist kein kurzfristiges Logistikproblem. Es legt eine strukturelle Schwäche der deutschen Industrieversorgung offen. Unternehmen wie Covestro, Evonik und Lanxess können die Produktion nur begrenzt aufrechterhalten, wenn der Wasserweg wegbricht. Kapazitäten auf Schiene und Straße müssten ausgebaut werden, um jede weitere Trockenperiode nicht zur Belastungsprobe für den Industriestandort NRW werden zu lassen.

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