Rheinisches Revier: NRW setzt auf Wasserstoff und Geothermie
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Das Rheinische Revier steht vor dem größten wirtschaftlichen Umbau seiner Geschichte. Wo jahrzehntelang Braunkohle die Region prägte, entstehen Projekte für Wasserstoff, Geothermie und erneuerbare Energien. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur hat diese Vorhaben in den vergangenen Wochen vor Ort besichtigt.
19 Ankerprojekte für den Umbau
Das NRW-Kabinett hat 19 sogenannte Ankerprojekte für das Rheinische Revier auf den Weg gebracht. Sie sollen die wirtschaftliche Basis der Region langfristig sichern und umfassen die Bereiche Energie, Forschung und kommunale Infrastruktur.
Neubaur betonte: Das Rheinische Revier war immer ein wichtiges Zahnrad im Motor der nordrhein-westfälischen Wirtschaftskraft. Das soll die Region auch bleiben. Der Strukturwandel sei damit keine rein ökologische Aufgabe, sondern eine wirtschaftspolitische.
Wasserstoff und Geothermie
Ein konkretes Beispiel für den technologischen Umbau liefert Düsseldorf. Die Stadtwerke haben dort einen Elektrolyseur in Betrieb genommen. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 5,5 Millionen Euro. Der Bund fördert es mit rund 1,2 Millionen Euro aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.
Parallel gewinnt Geothermie an Bedeutung. Ein Fraunhofer-Reallabor soll den Hochlauf der Tiefengeothermie in NRW vorantreiben. Das Projekt ist Teil des Masterplans Geothermie des Landes. Konkrete Standorte und Kapazitäten werden im Laufe der Umsetzung festgelegt.
Gigawattpakt: Erneuerbare wachsen
Bei der Gigawattpakt-Jahresversammlung in Jülich diskutierte Neubaur mit Vertretern aus Energiewirtschaft, Netzbetrieb und der Erneuerbaren-Branche. Der Gigawattpakt verfolgt das Ziel, die installierte regenerative Leistung im Rheinischen Revier deutlich auszubauen. Seit 2020 verzeichnet die Region messbare Zuwächse bei Wind und Solar.
Forschung: Projekt ReCO2NWert
Neubaur besuchte gemeinsam mit Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes das Projekt ReCO2NWert. Es erforscht, wie CO2 aus industriellen Prozessen abgeschieden und weiterverwertet werden kann. Solche Technologien sind für energieintensive Unternehmen in der Region von direkter wirtschaftlicher Relevanz.
Für den Mittelstand bedeutet das: Neue Lieferketten und Technologiepartnerschaften entstehen. Handwerksbetriebe und Zulieferer können von der wachsenden Nachfrage nach Installations-, Bau- und Wartungsleistungen profitieren.
Ehrenamt als gesellschaftliche Klammer
Neben den großen Energieprojekten setzt das Land auf bürgerschaftliches Engagement. Ab Oktober können Ehrenamtliche im Rheinischen Revier Projektideen beim Wettbewerb „Mit Tatkraft“ einreichen. Die Jury hat sich bereits konstituiert. Es handelt sich nach Angaben der Landesregierung um das größte Ehrenamtsprogramm, das sie je aufgelegt hat.
Lokale Initiativen und Bürgerideen sollen den Prozess ergänzen und in der Region verankern.
Strukturwandel braucht langen Atem
Wasserstoff, Geothermie und erneuerbare Energien gewinnen im Rheinischen Revier konkrete Form. Für Unternehmen in der Region entstehen neue Märkte und Aufträge. Der Umbau erfordert stabile Rahmenbedingungen, verlässliche Förderung und enge Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und Wirtschaft.



