Unternehmen aus NRW

Rheinmetall trennt sich von Sparte Power Systems

Rheinmetall zieht einen klaren Schnitt. Der Düsseldorfer Konzern trennt sich von seiner zivilen Autozuliefersparte Power Systems und konzentriert sich vollständig auf das Rüstungsgeschäft. Der Schritt markiert das Ende eines langen Kapitels in der Unternehmensgeschichte.

Verkauf einer schwächelnden Sparte

Das Autozuliefergeschäft lief zuletzt schlecht. Die Automobilindustrie steckt in einer tiefen Strukturkrise. Absatzrückgänge, der Wandel zur Elektromobilität und hohe Kosten belasten die gesamte Branche. Rheinmetall spürte das direkt.

Die Sparte Power Systems steht nun zum Verkauf. Der Konzern verhandelt derzeit mit zwei Interessenten. Namen wurden bisher nicht genannt. Ein Abschluss gilt als wahrscheinlich.

Bislang fertigte Rheinmetall an Standorten wie Neuss und Berlin auch Autoteile. In Neuss beschäftigt das Unternehmen rund 1.500 Mitarbeiter. Was mit diesen Arbeitsplätzen nach einem Verkauf passiert, ist noch offen.

Rüstung als Wachstumsmotor

Das Rüstungsgeschäft läuft dagegen auf Hochtouren. Die veränderte Sicherheitslage in Europa treibt die Nachfrage. Regierungen erhöhen ihre Verteidigungsbudgets. Rheinmetall profitiert davon direkt.

Der Konzern peilt in diesem Bereich hohe Milliardenumsätze an. Werke, die bisher für die Autozulieferung genutzt wurden, sollen schrittweise umgebaut werden. Künftig sollen dort Rüstungsgüter entstehen. Das betrifft auch den Standort Neuss in NRW.

Rheinmetall wirbt zudem aktiv Fachkräfte aus der Automobilbranche ab. Berichten zufolge rekrutiert der Konzern gezielt bei Zulieferern wie Continental. Qualifizierte Industriearbeiter sind gefragt.

Ein Trend in der deutschen Industrie

Rheinmetall ist kein Einzelfall. Die deutsche Industrie erlebt gerade eine tiefe Verschiebung. Autozulieferer verlieren Aufträge. Rüstungsbetriebe wachsen. Konzerne wie Schaeffler entwickeln Roboter und neue Technologien. Andere Zulieferer bauen Drohnen oder militärische Komponenten.

Der Strukturwandel trifft vor allem die klassische Automobilzulieferbranche hart. Werke werden geschlossen oder umgewidmet. Das Beispiel aus Görlitz zeigt das deutlich: Dort sollen künftig Panzer statt Bahnwaggons gebaut werden. Das traditionsreiche Alstom-Werk stand vor der Schließung.

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In NRW stellt sich die Frage, wie viele Industriestandorte den Wandel bewältigen. Rheinmetall gibt mit seiner Entscheidung eine klare Richtung vor.

Folgen für den Standort Neuss

Neuss ist ein Schwerpunkt der Transformation. Rund 1.500 Beschäftigte arbeiten dort für Rheinmetall. Bisher war der Standort auch Teil des Autozuliefergeschäfts. Künftig soll er stärker in die Rüstungsproduktion eingebunden werden.

Für die Belegschaft bedeutet das Unsicherheit. Welche Tätigkeiten erhalten bleiben, hängt vom Umbau ab. Betriebsräte und Gewerkschaften beobachten die Entwicklung aufmerksam.

Die Stadt Neuss und das Land NRW haben ein Interesse daran, Industriearbeitsplätze zu erhalten. Ob der Wandel hin zur Rüstung das gelingt, bleibt eine offene Frage.

Fazit

Rheinmetalls Entscheidung ist konsequent. Das Unternehmen folgt der Nachfrage. Das Rüstungsgeschäft wächst, das Autozuliefergeschäft schrumpft. Der Verkauf von Power Systems ist ein logischer Schritt. Für die betroffenen Standorte in NRW, besonders in Neuss, beginnt jetzt eine Phase des Umbaus. Wie sie ausgeht, entscheidet sich in den kommenden Jahren.

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