Politik

Ruhrgebiet soll Standort für Verteidigungs-Hub werden

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die Niederrheinische IHK macht Druck. Die Kammer fordert ein Kompetenzzentrum für Sicherheit und Verteidigung im Ruhrgebiet. Der Hintergrund: Die Wirtschaft in Duisburg und den Kreisen Wesel und Kleve steckt tiefer in der Krise als der bundesweite Durchschnitt. Das Duisburger Wirtschaftsbarometer 2026 zeigt sinkende Umsätze, weniger Unternehmensgründungen und rückläufige Beschäftigtenzahlen. Die IHK sieht im Verteidigungssektor eine Chance, diesen Trend umzukehren.

Stagnation am Niederrhein: Die Ausgangslage

Die Lage der Unternehmen in Duisburg, Wesel und Kleve ist ernst. Stärker als anderswo in Deutschland kämpfen Betriebe dort gegen wirtschaftliche Stagnation. Die IHK-Spitze hat diese Situation öffentlich gemacht und drängt auf rasche Gegenmaßnahmen. Gewerbeflächen fehlen, die Innenstadt schwächelt, und die Grundsteuer B belastet Unternehmen. Eine geplante Senkung der Grundsteuer B gilt der Kammer als erstes wichtiges Signal.

Doch strukturelle Probleme brauchen strukturelle Antworten. Die IHK setzt deshalb auf einen neuen Ansatz: die gezielte Ansiedlung von Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft in der Region.

Kompetenzzentrum als strategische Antwort

Die Niederrheinische IHK fordert ein Kompetenzzentrum für Verteidigung im Ruhrgebiet. Es soll Unternehmen, Forschung und öffentliche Institutionen vernetzen. Ziel ist es, die vorhandene Industriebasis der Region für den Verteidigungssektor nutzbar zu machen. Das Ruhrgebiet hat Stahl, Logistik, Maschinenbau und Ingenieur-Know-how. Diese Stärken passen zur wachsenden Nachfrage der Sicherheits- und Rüstungsindustrie.

Die Forderung der Niederrheinischen IHK steht im Einklang mit einer breiteren Linie der IHK NRW. Diese hat bereits im November 2025 ein Impulspapier zur Gesamtverteidigung vorgelegt. Darin fordert die IHK NRW eine klare industriestrategische Ausrichtung im Bereich Sicherheit und Verteidigung auf Landesebene.

Innovationshub und Ertüchtigungsplan gefordert

Konkret setzt sich die IHK NRW für drei Maßnahmen ein: einen Ertüchtigungsplan für kritische Infrastrukturen, den Aufbau eines Innovationshubs für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien sowie die Öffnung bestehender Förder- und Finanzierungsprogramme für Unternehmen in diesem Bereich. Damit sollen auch kleine und mittlere Betriebe Zugang zu Aufträgen und Fördermitteln erhalten, die bisher vor allem großen Rüstungskonzernen vorbehalten waren.

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Planungssicherheit für den Mittelstand

Für den Mittelstand in der Region geht es vor allem um Verlässlichkeit. Die IHK NRW betont: Unternehmen brauchen Planungssicherheit, wenn sie sich auf den Verteidigungsbereich ausrichten sollen. Investitionen in neue Produktionslinien, Zertifizierungen und Fachkräfteausbildung rechnen sich nur bei stabilen Rahmenbedingungen. Ohne klare Vorgaben vom Land bleibt der Sektor für viele Mittelständler unkalkulierbar.

Die IHK NRW fordert deshalb, dass das Land Nordrhein-Westfalen die strategische Neuausrichtung im Verteidigungsbereich aktiv begleitet. Rahmenbedingungen sollen geschaffen werden, die Innovationskraft fördern und neue wirtschaftliche Chancen ermöglichen. Das schließt ausdrücklich die Öffnung von Förderprogrammen ein, die bislang nicht auf Sicherheits- und Verteidigungsthemen ausgerichtet waren.

Chancen für Zulieferer und Handwerk

Ein Kompetenzzentrum im Ruhrgebiet würde nicht nur direkte Rüstungsbetriebe ansprechen. Auch Zulieferer, Handwerksbetriebe und Logistikunternehmen könnten profitieren. Fahrzeugwartung, Bausanierung, IT-Sicherheit und Speziallogistik werden im Verteidigungsbereich gebraucht. Für den regionalen Mittelstand am Niederrhein wären das neue Auftragsfelder.

Strukturwandel braucht einen neuen Schub

Der Niederrhein und das Ruhrgebiet haben Strukturwandel erfahren. Jetzt soll Verteidigung ein neues Kapitel aufschlagen. Die Niederrheinische IHK setzt auf diesen Hebel, um die wirtschaftliche Stagnation zu durchbrechen. Ob das gelingt, hängt von der Reaktion der Politik ab. Land und Kommunen müssen liefern: Flächen, Förderprogramme und verlässliche Rahmenbedingungen. Ohne diese Voraussetzungen bleibt das Kompetenzzentrum eine Forderung auf dem Papier.

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