RWI Essen: Grimm als neue Präsidentin im Gespräch
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Das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen steht vor einem Führungswechsel. Als Favoritin für die Nachfolge von Christoph Schmidt gilt Veronika Grimm. Die Wirtschaftswissenschaftlerin sitzt im Sachverständigenrat der Bundesregierung und gehört zu den bekanntesten Ökonominnen Deutschlands.
Ein NRW-Institut sucht eine neue Spitze
Das RWI in Essen gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und berät Politik und Öffentlichkeit mit empirischer Wirtschaftsforschung. Der bisherige Präsident Christoph Schmidt schied aus dem Amt aus. Nun sucht das Institut eine Nachfolge.
Veronika Grimm wurde 1971 in Rendsburg geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Nürnberg. Als Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berät sie die Bundesregierung zu wirtschaftspolitischen Fragen.
Grimm: Kritisch und öffentlichkeitswirksam
Grimm ist bekannt für klare Aussagen. Sie kritisierte das Sondierungspapier von Union und SPD als ein gigantisches Unsicherheitspaket. Zuletzt äußerte sie sich mit Unverständnis zur Debatte über die Rente mit 63.
Die Rentenreform belaste die junge Generation in der aktuellen Ausgestaltung ohnehin schon zu stark, sagte Grimm dem Kölner Stadt-Anzeiger. Wenn nun auch die Abschaffung der Rente ab 63 entfalle, verliere die Reform weiter an Wirksamkeit.
Bereits früher sorgte sie für Diskussionen im Sachverständigenrat. Ein Aufsichtsratsposten bei einem Energieunternehmen hatte intern für Verstimmung gesorgt. Grimm blieb dennoch im Amt und im öffentlichen Diskurs präsent.
Was ein Wechsel nach Essen bedeuten würde
Das RWI forscht unter anderem zu Energie, Gesundheit und Arbeitsmarkt. Diese Themen decken sich mit Grimms wissenschaftlichen Schwerpunkten. Sie hat sich zur Energiewende und zur Transformation der deutschen Wirtschaft positioniert.
Das Ruhrgebiet befindet sich seit Jahren im wirtschaftlichen Strukturwandel. Ein Forschungsinstitut mit einer bekannten Führungspersönlichkeit kann diesen Prozess begleiten.
Bedeutung für den Mittelstand
Das RWI liefert Daten und Analysen zu Themen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und Energiekosten. Diese Fragen beschäftigen den Mittelstand im Land täglich. Eine Präsidentin mit wirtschaftspolitischem Gewicht könnte die Forschungsagenda stärker auf die Praxis ausrichten.
Grimm hat wiederholt betont, dass wirtschaftspolitische Entscheidungen Konsequenzen für kleine Unternehmen und Normalverdiener haben. Politik auf Kosten der kleinen Leute, wie sie es formulierte, lehnt sie offen ab.
Ausblick
Ob Grimm den Posten tatsächlich übernimmt, ist noch offen. Die Entscheidung dürfte in den kommenden Wochen fallen.
