Politik

Sprockhövel plant Gewerbegebiet mit Wuppertal an der Autobahn

Nahe des Autobahnkreuzes, an der Schnittstelle von Sprockhövel und Wuppertal, könnte ein neues Gewerbegebiet entstehen. Die Lage ist attraktiv: Direkte Anbindung an die Autobahn 46 in Richtung Wuppertal und Düsseldorf. Doch bevor Unternehmen davon profitieren können, sind zunächst die Kommunalpolitiker gefragt.

Gemeinsames Projekt zweier Städte

Das Vorhaben ist ungewöhnlich: Zwei Städte wollen gemeinsam Gewerbeflächen erschließen. Sprockhövel liegt im Ennepe-Ruhr-Kreis, Wuppertal gehört zum Bergischen Städtedreieck. Eine solche interkommunale Zusammenarbeit setzt politischen Willen auf beiden Seiten voraus.

Hürden gibt es dabei durchaus. Planungsrecht, Flächennutzung und Zuständigkeiten müssen zwischen beiden Kommunen abgestimmt werden. Zunächst braucht es einen Beschluss der jeweiligen Räte. Erst danach kann die Verwaltung konkrete Schritte einleiten.

Sprockhövel als Wirtschaftsstandort mit Potenzial

Sprockhövel hat sich in den vergangenen Jahren als Wirtschaftsstandort im südlichen Ruhrgebiet positioniert. Die Stadt liegt verkehrsgünstig zwischen Hagen, Bochum und Wuppertal. Autobahnanschlüsse und die Nähe zu Universitäten machen den Standort für Unternehmen interessant.

Der lokale Branchenmix ist vielfältig. Maschinenbau und Engineering, Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Medizin- und Messtechnik prägen das Profil. Viele Betriebe arbeiten mit internationalen Kunden zusammen. Wachsende Gewerbegebiete in Autobahnnähe haben die Ansiedlung von Firmen in der Vergangenheit begünstigt.

Wirtschaftsförderung sucht neue Wege

Die Wirtschaftsförderung der Stadt arbeitet daran, neue Zielgruppen anzusprechen. Bereits 2019 wurde eine neue Broschüre aufgelegt, um Tourismus und Unternehmensansiedlungen zu fördern. Auch der Stadtmarketingverein versucht, Unternehmen stärker einzubinden. Das gelingt jedoch nicht immer: Die Bereitschaft der Firmen, sich an gemeinsamen Projekten zu beteiligen, ist laut früheren Berichten ausbaufähig.

Gleichzeitig wurde dem Stadtmarketingverein das Budget gekürzt. Das erschwert Initiativen, die auf Unterstützung durch die lokale Wirtschaft angewiesen sind.

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Politik muss jetzt handeln

Das geplante Gewerbegebiet an der Stadtgrenze zu Wuppertal ist eine konkrete Chance. Die Lage direkt am Autobahnkreuz ist selten und wertvoll. Solche Flächen sind in der Region knapp. Wer sie nicht entwickelt, verliert sie langfristig an andere Standorte.

Entscheidend ist jetzt die politische Weichenstellung. Ohne einen klaren Beschluss in beiden Stadträten bleibt das Projekt auf dem Papier. Die Verwaltungen beider Städte können erst dann planen, wenn die Politik Klarheit schafft.

Interkommunale Kooperation als Modell

Sollte das gemeinsame Gewerbegebiet realisiert werden, wäre es ein Beispiel für erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit im Ennepe-Ruhr-Kreis. Andere Kommunen in der Region beobachten solche Projekte aufmerksam. Der Druck auf verfügbare Gewerbeflächen ist in ganz NRW hoch.

Sprockhövel hätte mit diesem Projekt die Chance, seinen Ruf als Wirtschaftsstandort weiter zu festigen. Die Infrastruktur ist vorhanden. Die Lage stimmt. Jetzt liegt der Ball bei den Politikern.

Fazit

Das geplante Gewerbegebiet an der Grenze zu Wuppertal ist ein vielversprechendes Projekt für die Region. Sprockhövel bringt gute Voraussetzungen mit: Autobahnanbindung, etablierter Branchenmix und eine aktive Wirtschaftsförderung. Der entscheidende nächste Schritt liegt jetzt bei der Kommunalpolitik beider Städte. Wer hier zögert, riskiert eine verpasste Gelegenheit für den Mittelstand vor Ort.

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