Politik

Vöckenberg in Witten: Gewerbegebiet spaltet Politik und Umweltschützer

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

In Witten-Stockum ist ein Konflikt entstanden, den viele Kommunen in NRW kennen: Wo sollen Unternehmen wachsen, wenn Flächen knapp sind und Klimaschutz Vorrang hat? Im Mittelpunkt steht der Vöckenberg, eine landwirtschaftlich genutzte Fläche am Rand der Stadt. Die Wirtschaft will dort ein Gewerbegebiet. Umweltschützer und Teile der Politik lehnen das ab.

Gewerbeflächen fehlen in Witten

Witten hat ein Flächenproblem. Unternehmen suchen Standorte, finden aber kaum geeignete Grundstücke. Der Vöckenberg gilt als eine der wenigen verbliebenen Optionen.

Selbst wenn die gesamte Fläche am Vöckenberg in ein Gewerbe- und Industriegebiet umgewandelt würde, bliebe Witten unter dem Bedarf. Das hat der Wittener Stadtrat in seinen Beratungen festgestellt. Die Versorgungslücke wäre also selbst im besten Fall nicht vollständig geschlossen.

Für die lokale Wirtschaft ist das ein klares Signal: Die Stadt braucht jede verfügbare Fläche. Verzögerungen oder Blockaden kosten Ansiedlungen und damit Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Breiter Widerstand aus Umwelt und Gesellschaft

Auf der anderen Seite steht erheblicher Widerstand. Umweltverbände, Bürgerinitiativen und Teile des Stadtrats lehnen die Umwidmung ab. Ihre Argumente sind konkret: Der Vöckenberg hat ökologischen Wert, und eine Versiegelung der Fläche widerspricht kommunalen Klimaschutzzielen.

Der Umweltausschuss des Stadtrats hat sich für den Erhalt der Fläche ausgesprochen, der Wirtschaftsausschuss dagegen unterstützt die Gewerbeentwicklung. Damit kommen zwei Ausschüsse zu gegensätzlichen Empfehlungen.

Auch der Regionalplan ist relevant. Zum Verfahren wurden mehrere Anträge verschiedener Fraktionen eingereicht. Eine abschließende Entscheidung steht aus.

Ein Muster, das viele NRW-Kommunen kennen

Der Streit um den Vöckenberg ist kein Einzelfall. In vielen Städten des Ruhrgebiets und ganz NRWs treffen Gewerbeflächenbedarf und Klimaschutz aufeinander. Kommunen stehen vor der Frage: Wachstum oder Schutz?

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Das IHK-Energiewende-Barometer zeigt die wirtschaftliche Stimmungslage: Jedes dritte Unternehmen in NRW hat Investitionen in Kernprozesse zurückgestellt. Jedes vierte investiert weniger in den Klimaschutz. Bei jedem zweiten Betrieb ist der Strompreis gestiegen.

Für Unternehmen im Mittelstand bedeutet fehlende Fläche oft: kein Wachstum, keine neuen Stellen, im schlechtesten Fall Abwanderung in eine Nachbarkommune.

Die Knackpunkte im Überblick

Der Konflikt hat mehrere Dimensionen. Die Fläche ist aktuell landwirtschaftlich genutzt. Eine Umwidmung erfordert ein Planverfahren und politische Mehrheiten.

Selbst mit dem Vöckenberg als Gewerbegebiet bliebe Witten unter dem rechnerischen Flächenbedarf. Es wäre also nur ein Teilbeitrag.

Die politische Lage ist unübersichtlich. Zwei Ausschüsse kommen zu gegensätzlichen Empfehlungen. Der Stadtrat muss am Ende entscheiden, und wie er entscheidet, hängt von den Mehrheiten ab.

Kein einfacher Kompromiss in Sicht

Der Streit um den Vöckenberg in Witten-Stockum zeigt, wie komplex Flächenpolitik auf kommunaler Ebene ist. Wirtschaft und Klimaschutz stehen sich hier sehr konkret gegenüber: Es geht um eine bestimmte Fläche, bestimmte Arbeitsplätze und konkrete Klimaziele.

Eine schnelle Einigung ist nicht erkennbar. Der Regionalplanprozess läuft, die Fronten sind verhärtet. Für den Wittener Mittelstand bleibt die Flächenknappheit ein handfestes Problem, unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens.

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