Warnstreik bei Haribo: NGG legt Bonner Werk lahm
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Der Tarifkonflikt in der Süßwarenindustrie eskaliert. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat das Bonner Stammwerk des Gummibärchen-Herstellers Haribo mit einem Warnstreik belegt. Rund 600 Beschäftigte arbeiten an dem Standort. Produktionsausfälle sind nach Gewerkschaftsangaben zu erwarten.
Forderungen der NGG: Bis zu 500 Euro mehr im Monat
Die NGG fordert für die rund 60.000 Beschäftigten der deutschen Süßwarenindustrie deutliche Lohnerhöhungen. In den unteren Tarifgruppen sollen die Löhne um monatlich 500 Euro steigen, in den übrigen Gruppen um 400 Euro. Auszubildende sollen 200 Euro zusätzlich erhalten.
Die Tarifverhandlungen zwischen NGG und den Arbeitgebern wurden zwischenzeitlich abgebrochen. Daraufhin kündigte die Gewerkschaft Warnstreiks an. Das Haribo-Werk in Bonn ist eines der ersten Ziele dieser Arbeitskampfmaßnahmen.
NRW-Süßwarenbranche: Große Namen, großer Druck
Nordrhein-Westfalen ist ein zentraler Standort der deutschen Süßwarenindustrie. Neben Haribo haben hier auch Storck, Katjes, Lambertz, Bahlsen und Lindt wichtige Produktionsstätten. Der Arbeitskampf könnte weitere Werke in der Region erfassen.
Die NGG machte deutlich, dass weitere Betriebe bestreikt werden könnten. Die Gewerkschaft sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.
Vergleich mit früherem Abschluss
Beim letzten Tarifabschluss in NRW und Berlin hatte die NGG folgende Ergebnisse erzielt: Ab dem 1. November 2024 stiegen die Löhne um 5 Prozent, 2025 folgten weitere 2,5 Prozent. Beschäftigte erhielten eine Inflationsprämie von bis zu 810 Euro, Auszubildende bis zu 400 Euro. Auch dieser Abschluss kam erst nach Warnstreiks zustande.
Haribo: 600 Beschäftigte im Bonner Stammwerk
Im Bonner Stammwerk werden unter anderem Lakritzschnecken und Color-Rado-Packungen produziert. Durch den Streik fallen Schichten aus. Wie lange der Arbeitskampf andauert, ist offen.
Haribo gehört zu den bekanntesten Familienunternehmen Deutschlands und beschäftigt weltweit mehrere Tausend Mitarbeiter. Der Standort Bonn hat für die Marke symbolische Bedeutung.
Branche unter Druck: Kosten steigen, Einigung fehlt
Die Süßwarenbranche steht seit Monaten unter wirtschaftlichem Druck. Rohstoffpreise, Energiekosten und gestiegene Logistikausgaben belasten die Unternehmen. Die Gewerkschaft pocht auf eine spürbare Entlastung der Beschäftigten. Beide Seiten sind bislang weit voneinander entfernt.
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie vertritt die Arbeitgeberseite. Eine Stellungnahme zum aktuellen Streik liegt noch nicht vor.
Einigung nicht in Sicht
Die NGG setzt auf Druck durch Warnstreiks, die Arbeitgeber haben bislang kein neues Angebot vorgelegt. Weitere Streikaktionen in NRW sind nicht ausgeschlossen. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das Produktionsausfall und Planungsunsicherheit.



