Warum Gastrobetriebe zunehmend auf regionale Lieferanten setzen
Der Mittelstand denkt bei Lieferketten um. Lange Beschaffungswege haben sich in den vergangenen Jahren als Risiko erwiesen, sei es durch Lieferverzögerungen, schwankende Preise oder fehlende Planbarkeit. Viele Betriebe holen daher einen Teil ihrer Einkäufe bewusst zurück in die Region. In der Gastronomie zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich bei einem oft übersehenen Posten, der Verpackung für das Außer-Haus-Geschäft.
Der Anteil des Liefer- und Mitnahmegeschäfts ist in vielen Betrieben dauerhaft hoch. Damit ist die Verpackung kein Randthema mehr, sondern Teil des täglichen Betriebsablaufs. Wer Speisen außer Haus verkauft, ist auf eine verlässliche Versorgung mit Schalen, Kartons und Hygieneartikeln angewiesen. Fällt der Nachschub aus, steht das Tagesgeschäft still.
Nähe schafft Verlässlichkeit
Regionale Großhändler mit eigenem Lager bieten hier einen klaren Vorteil. Sie liefern kurzfristig, gleichen saisonale Spitzen aus und sind für Rückfragen direkt erreichbar. Während ein überregionaler Versender feste Bestellfenster und längere Wege hat, kann ein Anbieter aus der Umgebung auf kurzfristigen Bedarf reagieren. Für Betriebe ohne großes Lager ist das ein spürbarer Gewinn an Planungssicherheit.
Hinzu kommt der Beratungsbedarf. Die EU-Verpackungsverordnung PPWR verändert ab 2027 die Anforderungen an Materialien. Für einen einzelnen Imbiss oder ein Catering-Unternehmen ist es kaum leistbar, jede Vorgabe selbst zu verfolgen. Ein Lieferant, der das Sortiment kennt und auf Konformität achtet, nimmt den Betrieben diese Arbeit ab und liefert auf Wunsch die passenden Datenblätter mit.
Wirtschaftlich rechnet sich die kurze Strecke
Auch betriebswirtschaftlich spricht einiges für die Nähe. Kurze Lieferwege senken Transportkosten und ermöglichen kleinere, häufigere Bestellungen, ohne dass ein Betrieb große Mengen vorhalten muss. Gerade kleinere Unternehmen ohne weitläufige Lagerflächen profitieren davon, weil weniger Kapital in Beständen gebunden ist. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass Verpackung mit auslaufender Zulassung im Regal liegen bleibt.
Nicht zuletzt ist die regionale Zusammenarbeit ein Beitrag zur lokalen Wirtschaft. Wer bei einem Händler aus der Umgebung bestellt, hält Wertschöpfung in der Region und baut eine Geschäftsbeziehung auf, die über die reine Bestellabwicklung hinausgeht.
Praktisch lässt sich die Zusammenarbeit mit einem regionalen Händler oft fest einplanen. Viele Anbieter richten auf Wunsch wiederkehrende Lieferungen mit fester Frequenz ein, sodass der Nachschub ohne aktives Nachbestellen läuft. Für Betriebe mit gleichmäßigem Bedarf nimmt das eine wiederkehrende Aufgabe aus dem Arbeitsalltag. Wer saisonale Schwankungen hat, etwa durch Außengastronomie im Sommer, kann die Liefermengen mit dem Händler vorab abstimmen und so auch Stoßzeiten ohne Engpass überbrücken.
Ein Beispiel aus Süddeutschland ist der Verpackungsgroßhandel aus Karlsruhe Gehlen Verpackungen. Das Unternehmen versorgt Gastronomie, Catering und Imbissbetriebe aus eigenem Lager und deckt mit Pizzakartons, Aluschalen, Hygieneartikeln und nachhaltigen Alternativen ein breites Sortiment ab. Solche regional verankerten Anbieter zeigen, dass Mittelstand und kurze Wege gut zusammenpassen.
Für Gastrobetriebe lohnt sich daher ein regelmäßiger Blick auf die eigene Lieferantenstruktur. Wer einen verlässlichen Partner in der Nähe hat, gewinnt Planungssicherheit, reduziert Risiken in der Lieferkette und kann sich auf das konzentrieren, was den Betrieb ausmacht, nämlich gutes Essen und zufriedene Gäste.