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ZF Witten: Windkraft-Verlagerung bedroht Hunderte Arbeitsplätze

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Beim Getriebehersteller ZF in Witten wächst die Unruhe. Der Konzern will seine Windkraftgetriebe-Sparte zum 1. Oktober auslagern. Von derzeit 630 Arbeitsplätzen am Standort Mannesmannstraße sollen nach Unternehmensangaben rund 400 wegfallen. Betriebsratsvorsitzender Frank Blasey bereitet die Belegschaft auf eine schwierige Phase vor.

Auslagerung der Windkraftsparte als Auslöser

ZF Friedrichshafen baut konzernweit um. Der Zulieferer zieht sich aus Teilen des Pkw-Geschäfts zurück und streicht Tausende Stellen. Witten trifft es auf einem anderen Weg. Dort dreht sich die Fertigung seit Jahren um Industriegetriebe, vor allem für Windkraftanlagen. Genau diesen Bereich will das Unternehmen nun herauslösen.

Blasey hat für den 14. September eine Betriebsversammlung in der Werkstadt Witten einberufen. Für viele Beschäftigte ist unklar, was die Neuaufstellung konkret bedeutet. Die Angst vor betriebsbedingten Kündigungen steht im Raum.

Vorgeschichte: Ein Sanierungstarifvertrag schaffte kurz Ruhe

Es ist nicht das erste Mal, dass ZF Witten in der Krise steckt. Im Februar 2025 einigten sich Betriebsrat, IG Metall und Unternehmensleitung nach wochenlangen Verhandlungen auf einen Sanierungstarifvertrag. Dieser sicherte rund 200 Arbeitsplätze bis Ende 2028.

Kurz darauf stimmten IG-Metall-Mitglieder mit großer Mehrheit einem Ergänzungstarifvertrag zu. Dieser war Bedingung der Geschäftsleitung. Im Gegenzug sicherte das Unternehmen rund 400 Stellen am Standort zu. Diese Zusage steht nun erneut auf dem Prüfstand.

Konzernkrise als Hintergrund

ZF Friedrichshafen steckt in einer tiefen strukturellen Krise. Der Konzern ist hoch verschuldet. Die Schwäche der Automobilbranche belastet die Ergebnisse. Hinzu kommen die Folgen großer Übernahmen: 2015 kaufte ZF den US-Konzern TRW, später folgte WABCO. Die Integration kostete Kapital und veränderte die Unternehmenskultur.

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Inzwischen streicht ZF konzernweit Tausende Stellen. Die E-Antriebssparte wird umgebaut, das Pkw-Geschäft verkleinert. Witten ist mit seiner Windkraft-Fertigung ein Sonderfall – doch auch hier greift der Konzernumbau.

Beschäftigte zwischen zwei Welten

Ein Detail zeigt die Lage der Wittener Belegschaft. Als die IG Metall Ende September zu einem Aktionstag aufrief, zögerten manche ZF-Kollegen aus Witten. Sie produzierten für Windkraftanlagen, nicht für Autos. Ob der Streiktag sie betrifft, war für sie keine einfache Frage.

Diese Unsicherheit beschreibt das Grundproblem. Die Beschäftigten in Witten hängen nicht am Verbrennungsmotor. Ihr Produkt gilt als Zukunftstechnologie. Trotzdem droht der Stellenabbau. Der Konzern setzt auf Ausgliederung statt auf eigene Weiterentwicklung des Standorts.

Ausblick

ZF Witten steht erneut vor einem Einschnitt. Die Auslagerung der Windkraftsparte zum 1. Oktober ist der nächste Schritt in einem langen Umbau. Betriebsrat und IG Metall haben in der Vergangenheit Schlimmeres verhindern können. Ob das erneut gelingt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die Betriebsversammlung am 14. September wird zeigen, wie groß die Bereitschaft zur Auseinandersetzung ist.

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